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"Sinnvolles Energiesparen zur Sicherung der Zukunft"

"Haben Sie genug Energie?" erschienen am 13.01.2005

Eine Arbeitsgruppe in Wallisellen hat aus den Publikationen verschiedener Beratungsstellen gut umsetzbare Vorschläge zum Energiesparen gesammelt und wird sie an dieser Stelle in loser Folge vorstellen. Sie werden die Welt nicht ändern, sollen uns aber den Wert der Energie bewusster machen und damit einen Beitrag zur Bewältigung der vielleicht wichtigsten Zukunftsaufgabe leisten.

Heizung Wird der Mensch zukünftig weiterhin so sorglos Energie verbrauchen können wie bis anhin? Haben Sie genug Energie? «Natürlich!», werden die meisten antworten. Wir sprühen vor Energie, sonst könnten wir die Anforderungen des Erwerbslebens gar nicht meistern. Und wenn sie einmal fehlen sollte, sind Vitamintabletten und andere Kräftigungsmittel rasch zur Hand. Energie als Lebensgefühl ist wertvoll, aber ebenso wichtig ist sie als physikalische Grösse in der Natur. Dort beherrscht sie alle Vorgänge vom Atom bis zum Universum. Auf unserer Erde geht ohne Energie gar nichts: ohne Wärme und ohne Licht stirbt das Leben.

Zum Glück haben wir in der Sonne einen zuverlässigen und langlebigen Energielieferanten. Ihr Licht lässt die Pflanzen wachsen, treibt Wetter und Wasserkreislauf – und hat uns in der Form von Erdöl, Erdgas und Kohle riesige Energievorräte beschert, welche im Lauf von geologischen Zeiträumen aus pflanzlichem Material entstanden sind. Wir sind daran, sie in millionenfacher Geschwindigkeit abzubauen. Dass wir uns damit ein Klimaproblem einhandeln, bezweifelt heute fast niemand mehr. Aber niemand will es zur Kenntnis nehmen!

Dominantes Erdöl

Der wichtigste Energieträger ist das Erdöl, weil es die begehrte Mobilität ermöglicht. Der Smart wäre etwas grösser, wenn er eine Dampfmaschine mit Kohleheizung hätte. Die Menschheit hat bisher rund 820 Gb Erdöl gefördert (1 Gb = 1 Milliarde Barrels, 1 Barrel = 159 Liter). Pro Jahr verbrauchen wir heute ca.25 Gb (würde man diese jährliche Menge Fass an Fass aufreihen, könnte die Erde am Äquator ca. 300-mal umspannt werden!). Im Hinblick auf die rasche Entwicklung von China und Indien muss man mit steigendem Verbrauch rechnen. Bekannte Vorräte und vermutliche neue Funde machen zusammen etwa 1000 Gb aus; beim heutigen Verbrauch reicht das noch für etwa 40 Jahre (Angaben «Fischer Weltalmanach» 2004).

Natürlich gehen die Schätzungen der Reserven und der künftigen Funde stark auseinander, was bei der immensen politischen Bedeutung solcher Zahlen nicht erstaunt. Seit Jahren melden viele Erdölländer praktisch gleichbleibende Reserven, obschon sie doch dauernd abzapfen. Das stellt die Angaben der Erdölindustrie in ein schiefes Licht. Trotzdem lesen wir in einem ganzseitigen Inserat («NZZ am Sonntag», 10. 10.04) unter einem Kindergesicht in Nahaufnahme: «Bis er den Nobelpreis holt, wird noch vieles passieren. Aber heizen wird man auch dann noch mit Öl.»

Wahres und Unwahres

Das ist eine doppelte Unwahrheit. Wenn in 10 oder 20 Jahren die Menschheit zu glauben beginnt, dass das Öl zu Ende geht, wird sein Preis so steigen, dass man diesen teuren Saft nicht mehr verbrennt, sondern Gescheiteres damit macht. Bis dann wird es nicht mehr 40 Jahre gehen. Und ausserdem ist die Ölheizung schon heute ein Auslaufmodell: in Deutschland wurden im 2003 75% aller Wohnneubauten mit Erdgasheizung ausgerüstet und in den USA heizen gar nur ca. 8 % der Haushalte mit Öl. Die Behauptung im Inserat der schweizerischen Erdölvereinigung ist nicht nur unwahr, sondern auch eine sträfliche Verharmlosung, denn in Tat und Wahrheit sind wir auf einer schwindelerregenden Gratwanderung: entweder verbrennen wir munter Erdöl und Erdgas bis das Klima kippt – eine sehr unangenehme Aussicht – oder diese Energieträger gehen schon vorher zu Ende und wir sitzen fest, weil die Motoren nicht mehr laufen. Es gibt aus dieser Zwickmühle für die Schweiz nur einen möglichen Ausweg, indem wir raschmöglichst in energiesparende Technik investieren und gleichzeitig grosse Anstrengungen zur Förderung der Forschung auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien machen. Heute geschieht von beidem zu wenig. Es braucht aber keinen Nobelpreisträger um vorauszusehen, dass in dieser nicht allzu fernen Zukunft der Knappheit, jener König ist, der genügend Energie hat, Energie um die Produktion und den Verkehr in Gang zu halten, zum Rezyklieren der Rohstoffe, zur Aufbereitung des Wassers. Die Weltwährung wird dann nicht mehr der Dollar sein, sondern die Kilowattstunde!

Robert Hofmann

weiter zu den Artikeln:

"Rund um die Behaglichkeit" erschienen am 27.01.2005

"Gut essen - sparsam kochen" erschienen am 10.02.2005

"Duschen - welch herrliches Vergnügen im Bad" erschienen am 03.03.2005

"Kleiner Denkaufwand hinter dem Steuer" erschienen am 07.04.2005"

"Stromsparen im Haushalt" erschienen am 28.04.2005

"Von heimlichen Stromfressern" erschienen am 26.05.2005


 

 
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